Schulpolitischer Austausch im Rathaus

Zu einem Erfahrungsaustausch über aktuelle schulpolitische Themen traf sich der Vorstand der Freien Demokraten – FDP Hürth mit dem Schuldezernenten Jens Menzel und der Leiterin des Amts für Schule, Bildung und Sport, Birgit Eisbrüggen. Schwerpunkt der angeregten Diskussion war die zukünftige Entwicklung der Schulen in Hürth.

Nachdem in der Vergangenheit ein Rückgang der Grundschulanmeldungen prognostiziert wurde, zeigt sich aktuell eine gegenläufige Entwicklung. Auch ohne Erhöhung der Einwohnerzahl wird die Zahl der Erstklässler in den kommenden Jahren von ca. 580 auf ca. 660 Schülerinnen und Schüler steigen. „Es muss trotzdem gesichert sein, dass alle Hürther Familien ihre Kinder an einer örtlichen Grundschule unterbringen können“, erklärte hierzu der FDP-Vorsitzende Thomas Grandrath. Das langfristige Ziel möglichst kleiner Klassen dürfe dennoch nicht aus den Augen verloren werden: „Die Stadt ist als Schulträger in der Verantwortung, mehr Schulraum vorzuhalten und langfristig das pädagogisch sinnvolle Absenken der Klassenstärke zu ermöglichen.“

Gefordert ist nach Ansicht der Hürther FDP aber auch das Land Nordrhein-Westfalen. Die Altlast der ehemaligen rot-grünen Landesregierung, dass bis 2025 insgesamt 3400 Lehrerinnen und Lehrer fehlen, muss schnellstmöglich bereinigt werden. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat bereits damit begonnen Lösungsansätze zu erarbeiten, was auch die Freien Demokraten in Hürth begrüßen.

Auch die weiterführenden Schulen in Hürth waren Teil der Diskussion mit Herrn Menzel und Frau Eisbrüggen. Die neue fünfzügige Gesamtschule schließt  eine Lücke im städtischen Bildungsangebot, muss aber bereits jetzt mit einer großen Zahl von Ablehnungen umgehen. „Hinter jeder Ablehnung steht ein Kind, das nicht in der gewählten Schulform unterrichtet werden kann“, bemängelt der stellvertretende Vorsitzende der FDP Hürth, Dr. Christian Karaus. Mit der beschlossenen Rückkehr zu G9 an den Hürther Gymnasien könnte sich die Situation allerdings beruhigen. „Eltern, die bisher an die Gesamtschule ausgewichen sind, um das Turbo-Abi zu vermeiden, melden ihr Kind vielleicht zukünftig wieder am Gymnasium an“, meint Karaus.

Doch die Gesamtschule ist nicht allein mit dem Problem hoher Anmeldezahlen. Auch die Realschule sieht sich weiterhin hoher Nachfrage ausgesetzt. Dank guter Arbeit an der Hauptschule in Kendenich konnte der Druck jedoch etwas gemindert werden, da Schüler nicht mehr trotz Hauptschulempfehlung an der Realschule angemeldet wurden. Es kamen genug Anmeldungen an der Hauptschule zusammen, um eine neue Eingangsklasse zu bilden und den Bestand der Hauptschule zu sichern. Dennoch muss die Situation aus Sicht der Freien Demokraten weiter beobachtet und über Alternativen wie die Bildung einer Sekundarschule aus Haupt- und Realschule nachgedacht werden.